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Überlegungen vor dem Kauf !

Überlegungen vor dem Kauf ! Überlegungen vor dem Kauf !

 

von utena

 

Liebe Vogelfreunde und die die es werden wollen!

Der folgende Text soll die Vogelhaltung nicht schlecht machen sondern einfach ein paar Dinge aufzählen, was alles auf einen zukommen kann, wenn man Papageien oder Sittiche halten möchte.

Wichtig ist, dass man vor dem Kauf diese Dinge beachtet und sich genau überlegt, ob man über Jahrzehnte damit leben kann und will.

Natürlich ist es auch dringend erforderlich, sich vor dem Kauf reichlich über die Art des Papageis/Sittich zu informieren.

Leider beschließen oft Menschen zu spontan sich Papageien/Sittiche ins Haus zu holen wegen ihrer Sprachbegabung, ihres drolligen, zutraulichen und verspielten Verhaltens.

Vielleicht habt ihr auch beim Nachbarn, Bekannten oder Freund den so zahmen sprechenden Papagei gesehen und nun wird der Wunsch groß, sich selber so einen gefiederten Freund ins Haus zu holen.

Oft müssen solche Spontankäufe wieder ihr Heim verlassen, weil man sich die Papageienhaltung einfacher vorgestellt hat, der Papagei/Sittich nicht so schnell zahm wird oder sprechen lernt.

Solche Tiere leiden enorm durch Besitzerwechsel und werden viel zu oft zu Wanderpokalen letztendlich mit Verhaltensstörungen, um schließlich ihr Leben abgeschoben in irgendwelchen Auffangstationen zu fristen.

Um dies den Vögeln zu ersparen solltet ihr euch ein paar Dinge ,die mit der Papageienhaltung auch Einzug halten, überlegen und ehrlich entscheiden, ob die Vogelhaltung für euch überhaupt in Frage kommt!



Alle Papageien und Sittiche können laut werden.

In den frühen Morgen- und Abendstunden pfeifen oder schreien sie sehr gerne und das ohne Ausnahme auch an Sonn und Feiertagen!

In Mietwohnungen ist es immer ratsam, vorher den Vermieter und die anderen Mieter (Nachbarn) zu fragen, ob sie etwas gegen eine Papageienhaltung einzuwenden haben, und wenn nicht, am besten schriftlich geben lassen.

Auch muss man mit dem Geräuschpegel selber klar kommen, denn es ist sehr traurig, wenn der anfangs so geliebte Vogel dann in ein anderes Zimmer, Garage oder Abstellkammer verbannt wird.

Es ist ein natürliches Verhalten, eines jeden Vogels auch mal zu schreien!



Fast alle Papageien und Sitticharten können einiges an der Wohnungseinrichtung zerstören.

Besonders gerne werden beliebte Landeplätze während des Freifluges wie Türen, Fenster, Schränke, Sessel, Polstermöbel usw. angenagt.

Auch leiden schnell nicht in Sicherheit gebrachte Gegenstände wie Fernbedienungen, Handys, Bücher, Kugelschreiber, um nur ein paar zu nennen.

Mit großen Interesse werden auch Kabel, Lampenschirme, Knöpfe von Hemden und Kleidungsstücke gelöchert.

Besonders gefährlich ist das anknabbern von Kabeln oder elektrischen Geräten, die oft mit einem Kurzschluss enden und zum Tod des Vogels führen kann.

Während des Freifluges immer die Tiere unter Aufsicht haben und notfalls elektrische Geräte entfernen und Kabel für die sie unerreichbar machen.


Großpapageien wie Z.B. Graupapageien, Amazonen, Kakadus oder Aras produzieren eine Menge Gefiederstaub, der schnell an allen Möbeln sichtbar wird.

Staubwischen gehört dann sozusagen fast zur täglichen Zusatzarbeit.

Auch können Allergien Aufgrund des Gefiederstaubes und der Federn auftreten, solltet ihr bereits an einer Allergie leiden, dann lasst euch vorher auf Vogelstaub austesten!



Alle Papageien und Sittiche produzieren eine Menge Müll, der täglich entfernt und die Zimmervoliere von Obst/Gemüseresten gereinigt werden muss.

Ost- und Gemüsereste findet ihr auch schnell wieder an Wänden, Teppichböden und der nähren Umgebung der Zimmervoliere.

Alle Papageien und Sittiche benötigen täglich eine vielseitige abwechslungsreiche Ernährung.

Ihr müsst damit rechnen, täglich gewisse Zeit mit der Futterzubereitung zu verbringen.

Obst/Gemüse schneiden oder attraktiv anbieten, Knabberäste entfernen und durch neue ersetzen, Keim-, Koch- oder Quellfutter herstellen und geeignete Beeren und Pflanzen in der Natur sammeln.

Kein Vogel ist stubenrein und lässt während des Freifluges meistens dort ihr Häufchen fallen, wo sie gerade sitzen.

Küchenrollen, Spachtel und Putzlappen gehören somit zu euren täglichen Utensilien, die in greifbarer Nähe verwahrt werden sollten.

Natürlich wollen viele zahme Vogelarten auch täglich viel beschäftigt werden, also von der Arbeit nach Hause kommen und den Vogel Vogel sein lassen, das geht nicht.

Zahme Tiere brauchen viel Aufmerksamkeit und sie wollen wie Kleinkinder Unterhaltung, natürlich muss der Vogel von selbst kommen, man darf ihm seine Liebe nicht aufzwingen, doch unter gar keinen Umständen sollte sich die tägliche Aufmerksamkeit für vermindern werden.

Am Anfang beschäftigt man sich ja viel mit seinem Liebling, doch auch hier kommt einmal der Alltag und manchmal hat man auch nicht so viel Zeit oder Lust, das verstehen aber keine Papageien oder Sittiche , dass man heute mal keinen Bock hat und können dies auch energisch einfordern durch Schreien.

Speziell Großpapageien suchen sich meistens nur eine Bezugsperson aus und das muss nicht die Person sein, die die Tiere täglich füttert und versorgt!

Oft werden andere Familienmitglieder nur akzeptiert oder ignoriert und dürfen die Vögel nicht kraulen ohne gebissen zu werden.

Könnt ihr damit leben, nicht die Bezugsperson eurer Papageien zu werden und sie vielleicht nicht anfassen zu dürfen?

Dagegen kann man nicht viel machen und die Bezugsperson wählen sie sich nach Sympathie aus.

Es kann in schlimmsten Fällen zu Attacken gegenüber anderen Familienmitgliedern kommen aus Eifersucht und Revieransprüchen.

Für Kleinkinder sind Papageien und Sittiche keine geeigneten Haustiere, sie sind keine Schmuse- oder Streicheltiere und können ordentlich zubeißen, was auch blutig enden kann.

Kauft euren Kindern oder Jugendlichen nur dann einen Vogel, wenn ihr selber euch um die Tiere kümmern wollt, wenn es für den Nachwuchs nicht mehr sonderlich von Interesse ist.



Tierarztkosten können hoch sein und oft muss man längere Autofahrten in Kauf nehmen, denn nicht jeder Tierarzt ist auch vogelkundig, was bei Papageien sehr wichtig ist um rasch helfen zu können.

Alle Vögel verbergen sehr lange Krankheiten und treten dann erste Symptome auf, muss schnell gehandelt werden.

Mit Urlaubsreisen wird es auch schwieriger werden, denn wer versorgt die Vögel?

Man kann sie nicht mitnehmen, und sie sollten auch möglichst ihrer gewohnten Umgebung bleiben können.

Urlaub ist nur dann möglich, wenn ihr während dieser Zeit Freunde, Nachbarn oder Familienmitglieder habt, die sich in dieser Zeit mit den Tieren beschäftigen und täglich versorgen.

Sie sollten im Umgang mit diesen Tieren Bescheid wissen und für sie nicht völlig fremd sein.

Wenn keine andere Möglichkeit besteht, kann man sie auch in Pflege geben, darauf ist unbedingt zu achten, ob sich die Urlaubsbetreuung auch mit Papageien und Sittichen auch auskennt und einen seriösen Eindruck machten.



Papageienhaltung gehört nicht zu den günstigsten Hobbys.

Es entstehen schon mal höhere Anschaffungskosten für ein Pärchen und eine geeignete Zimmer/Außenvoliere.

Natürlich laufen auch ständig Kosten an für z.B. gesunde Ernährung, Spielzeug und eventuell Tierarztkosten.

Kauft niemals Wildfänge!

Leider werden noch immer viele Papageien unter qualvollen Fang- und Transportbedingungen ihrer Freiheit und Heimat beraubt, um als einsame Stubenvögel ihr Leben zu fristen.

Für einen Papagei, der lebend eingeführt wird, sterben mindestens 10 andere aufgrund von Schock, Misshandlungen, Verletzungen durch den oft grausamen Fang und Transport.

Oft werden Jungvögel brutal aus den Nisthöhlen geholt, unfachgemäß gefüttert und ihrer Eltern beraubt.

Dass solche Tiere enorme Schäden davontragen können, dürfte jedem klar sein.

Wildfänge erkennt man oft daran, dass sie panische Angst vor Menschen haben und fürchterlich zu schreien oder knurren beginnen, sobald man sich ihnen nähert.

Solche Papageien werden oft niemals zahm, zeigen Verhaltenstörungen und man tut ihnen großes Leid an, die in Freiheit geborenen Tiere in vergleichsweise kleine Käfige zu sperren.

Oft ist die Versuchung groß, da Wildfänge günstiger angeboten werden als Nachzuchten, darum achtet unbedingt darauf keinen Wildfang zu kaufen, auch wenn sie euch noch so Leid tun, denn das unterstützt den Handel dieser Tiere.

Nur wo eine Nachfrage, da auch ein Angebot!

Heutzutage ist es in keiner Weise gerechtfertigt, Papageien/Sittiche der Natur zu entnehmen, denn es gibt inzwischen reichlich Nachzuchten.

Das sind nur ein paar Dinge, die mit Papageienhaltung auf einen fix zukommen und natürlich darf man es nicht unterschätzen, viele dieser Arbeiten täglich über Jahrzehnte zu erledigen, denn viele Großpapageien können ein Alter von 50 - 60 Jahren erreichen!

Wenn ihr euch nicht sicher seid, all diese Punkte erfüllen zu können, dann kauft bitte keine Papageien oder Sittiche, denn oft sind Halter mit den Tieren überfordert zum Leidwesen vieler Tiere.

Kauft niemals Papageien oder Sittiche als Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk!

Wenn ihr allerdings damit keine Probleme habt, dann steht dem nichts im Wege sich ein Pärchen der geselligen Papageien ins Haus zu holen.

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Letzte Änderung des Artikels: 2011-09-13 00:17
Verfasser des Artikels: Utena
Revision: 1.2

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